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Verpackungen aus Biokunstoff- der Trend der Interpack 2011

Die Verpackungsfachmesse Interpack 2011 widmet sich einem neuen Trend: Verpackungen aus Biokunststoffen. Die noch relativ neuen Biokunststoffe sind immer öfter in Produktverpackungen im Handel zu finden, weil sie herkömmliche, erdölbasierte Kunststoffverpackungen ganz oder teilweise ersetzen können. So bieten zum Beispiel Supermärkte teilweise Getränkeflaschen, Joghurtbecher und Einkaufstüten aus Biokunststoffen an. Einige Drogerieketten haben in ihren Regalen Müllbeutel aus Biokunststoff, die zudem auch biologisch abbaubar sind und zusammen mit Biomüll industriell kompostiert werden können. Auch Trinkbecher, Besteck oder Teller, wie sie im Catering bei Großveranstaltungen oft eingesetzt werden, gibt es aus Biokunststoffen.

Biobasierte Kunststoffe bestehen zu wesentlichen Teilen aus nachwachsenden Rohstoffen. Aus Mais, Kartoffeln oder Holz werden Stärke, Zucker oder Zellulose gewonnen, die Erdöl in der Kunststoffproduktion ersetzen. So werden nicht nur fossile Ressourcen geschont, sondern auch Umwelt und Klima. Denn bei der Verwertung von Biokunststoffen am Ende ihres Lebenszyklus wird nicht mehr CO2 freigesetzt, als die zur Produktion verwendeten Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Die Eigenschaften von Biokunststoffen sind weitgehend identisch mit denen herkömmlicher Kunststoffe. Daher sind sie für viele Anwendungsgebiete geeignet. „Vor allem dort, wo ihre umweltrelevanten Eigenschaften wie Biobasiertheit und biologische Abbaubarkeit einen wichtigen Zusatznutzen darstellen, können sie klassische Plastikprodukte teilweise ersetzen“, erläutert Hasso von Pogrell, Geschäftsführer des Branchenverbandes European Bioplastics e.V.

Dem Themenfeld Verpackungen aus Biokunststoffen ist in Halle 9 der Düsseldorfer Messe vom 12. bis 18. Mai ein Bereich von rund 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit über 40 Ausstellern gewidmet.

Quelle: Natürliche Verpackungen

Europäischer Markt für Biokunststoffe ist ausbaufähig

Der österreichische Greenpeace-Experte Herwig Schuster hat sich zu den Chancen und Risiken von Biokunststoffen in Europa geäußert. Prinzipiell halte er Bioverpackungen für „etwas Sinnvolles“, allerdings sei der Rohstoffmarkt für die Produktion von Biokunststoffen in Europa noch wenig ausgeprägt, sagte Schuster im Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Dies bedinge, dass die europäischen Hersteller noch häufig auf den Import von US-Waren angewiesen sind. Die Ökobilanz der Endprodukte werde dadurch zwar beeinträchtigt, aber der Einfluss durch den Import mit Schiffen bleibe gering, so Schuster.

Aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit werden Biokunststoffe bereits in vielen Bereichen des täglichen Lebens auch in Europa eingesetzt. In Oberösterreich werden zum Beispiel seit drei Jahren Biobecher für Schulmilch angeboten. 2,5 Millionen Milchbecher kommen hier jährlich in den Grundschulen zum Einsatz. Italien hat Anfang 2011 ein Verbot für herkömmliche Plastiktüten verhängt, um seine Müllberge in den Griff zu bekommen. Einkaufstüten aus Biokunststoff sind dort eine der vom Staat erlaubten Alternativen. Auch in Deutschland sind schon verschiedene Produkte aus Biokunststoff im Handel, wie zum Beispiel Müllbeutel, Einkaufstüten und Cateringartikel.

Quelle: Natürliche Verpackungen

Mit Biokunststoff das Klima schützen

Erdöl wird immer knapper und eines Tages so teuer, dass es dann unerschwinglich ist. Damit gehen nicht nur für Autofahrer die Zeiten der preisgünstigen Mobilität zu Ende, sondern auch für alle Verbraucher die des herkömmlichen Kunststoffs. Denn Kunststoff wird unter anderem aus Erdöl hergestellt. Trotzdem wird es auch künftig Verpackungen, Getränkeflaschen und Einkaufstüten aus Kunststoffen geben. Das werden dann Biokunststoffe auf Pflanzenbasis sein.

Die Industrie hat Pflanzen als neue Rohstoffquelle entdeckt und arbeitet bereits seit geraumer Zeit daran, sie für die Kunststoffherstellung zu nutzen. Mit Erfolg, denn weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit halten Biokunststoffe bereits Einzug in unseren Alltag. Zum Beispiel bringt der Lebensmittelkonzern Danone in Deutschland für seine Mineralwassermarke Volvic eine Kunststoffflasche mit einem Anteil von 20 Prozent nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt. Einige Supermärkte haben an ihren Kassen schon Einkaufstüten aus Biokunststoff im Angebot. Oder Getränkebecher können aus Biokunststoff produziert werden.

Biokunststoffe können in erheblichem Maß zum Klimaschutz beitragen. Ein unter dem Namen “Ingeo” vertriebener Biokunststoff des amerikanischen Herstellers Natureworks zum Beispiel reduziert die CO2-Emissionen eines biobasierten Plastikbechers im Vergleich zu erdölbasiertem PET deutlich. Das Material wird vollständig aus Pflanzen hergestellt und ist sogar biologisch abbaubar. Beim Kölner Straßenkarneval 2011 etwa wurden eine Million Getränkebecher aus “Ingeo”-Biokunststoff eingesetzt.

Biokunststoffe können recycelt werden, sodass das Material nicht nur einmal, sondern mehrfach zur Herstellung neuer Produkte genutzt werden kann. Nach einer Mehrfachnutzung können die Reststoffe dann zur Energieerzeugung eingesetzt werden, wobei nur so viel CO2 entsteht, wie die zur Herstellung des Biokunststoffs eingesetzten Pflanzen aus der Atmosphäre während ihres Wachstums aufgenommen haben.

Quelle: European Bioplastics