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Europäischer Markt für Biokunststoffe ist ausbaufähig
Der österreichische Greenpeace-Experte Herwig Schuster hat sich zu den Chancen und Risiken von Biokunststoffen in Europa geäußert. Prinzipiell halte er Bioverpackungen für „etwas Sinnvolles“, allerdings sei der Rohstoffmarkt für die Produktion von Biokunststoffen in Europa noch wenig ausgeprägt, sagte Schuster im Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Dies bedinge, dass die europäischen Hersteller noch häufig auf den Import von US-Waren angewiesen sind. Die Ökobilanz der Endprodukte werde dadurch zwar beeinträchtigt, aber der Einfluss durch den Import mit Schiffen bleibe gering, so Schuster.
Aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit werden Biokunststoffe bereits in vielen Bereichen des täglichen Lebens auch in Europa eingesetzt. In Oberösterreich werden zum Beispiel seit drei Jahren Biobecher für Schulmilch angeboten. 2,5 Millionen Milchbecher kommen hier jährlich in den Grundschulen zum Einsatz. Italien hat Anfang 2011 ein Verbot für herkömmliche Plastiktüten verhängt, um seine Müllberge in den Griff zu bekommen. Einkaufstüten aus Biokunststoff sind dort eine der vom Staat erlaubten Alternativen. Auch in Deutschland sind schon verschiedene Produkte aus Biokunststoff im Handel, wie zum Beispiel Müllbeutel, Einkaufstüten und Cateringartikel.
Quelle: Natürliche Verpackungen
Mit Biokunststoff das Klima schützen
Erdöl wird immer knapper und eines Tages so teuer, dass es dann unerschwinglich ist. Damit gehen nicht nur für Autofahrer die Zeiten der preisgünstigen Mobilität zu Ende, sondern auch für alle Verbraucher die des herkömmlichen Kunststoffs. Denn Kunststoff wird unter anderem aus Erdöl hergestellt. Trotzdem wird es auch künftig Verpackungen, Getränkeflaschen und Einkaufstüten aus Kunststoffen geben. Das werden dann Biokunststoffe auf Pflanzenbasis sein.
Die Industrie hat Pflanzen als neue Rohstoffquelle entdeckt und arbeitet bereits seit geraumer Zeit daran, sie für die Kunststoffherstellung zu nutzen. Mit Erfolg, denn weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit halten Biokunststoffe bereits Einzug in unseren Alltag. Zum Beispiel bringt der Lebensmittelkonzern Danone in Deutschland für seine Mineralwassermarke Volvic eine Kunststoffflasche mit einem Anteil von 20 Prozent nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt. Einige Supermärkte haben an ihren Kassen schon Einkaufstüten aus Biokunststoff im Angebot. Oder Getränkebecher können aus Biokunststoff produziert werden.
Biokunststoffe können in erheblichem Maß zum Klimaschutz beitragen. Ein unter dem Namen “Ingeo” vertriebener Biokunststoff des amerikanischen Herstellers Natureworks zum Beispiel reduziert die CO2-Emissionen eines biobasierten Plastikbechers im Vergleich zu erdölbasiertem PET deutlich. Das Material wird vollständig aus Pflanzen hergestellt und ist sogar biologisch abbaubar. Beim Kölner Straßenkarneval 2011 etwa wurden eine Million Getränkebecher aus “Ingeo”-Biokunststoff eingesetzt.
Biokunststoffe können recycelt werden, sodass das Material nicht nur einmal, sondern mehrfach zur Herstellung neuer Produkte genutzt werden kann. Nach einer Mehrfachnutzung können die Reststoffe dann zur Energieerzeugung eingesetzt werden, wobei nur so viel CO2 entsteht, wie die zur Herstellung des Biokunststoffs eingesetzten Pflanzen aus der Atmosphäre während ihres Wachstums aufgenommen haben.
Quelle: European Bioplastics



