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Resteboxen sollen Verschwendung von Essen stoppen

CIMG3824In Restaurants, Kantinen oder auf dem Volksfest – jährlich werden 23,6 Kilogramm Essen pro Gast weggeworfen. Mit der Aktion «Restlos genießen» will das Bundesernährungsministerium zusammen mit der Initiative «greentable» jetzt etwas gegen die Verschwendung unternehmen.

Zunächst werden bundesweit 15 000 kompostierbare Reste-Boxen kostenfrei in Restaurants verteilt, kündigte die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth in Hamburg an.

Die Restaurants sollen künftig ihren Gästen aktiv anbieten, Reste einzupacken, sagte Marcus Ramster von «greentable». Und die Gäste sollen ermutigt werden, im Lokal nach dieser Möglichkeit zu fragen.

Das Hamburger «Landhaus Scherrer», ein Gourmet-Haus an der Elbchaussee, ist das erste Restaurant, das die Boxen anbietet. Sternekoch und Hausherr Heinz O. Wehmann versteht sich als Wegbereiter der Nachhaltigkeit. «Die Reste-Box ist für uns nur der letzte Schritt». Schon vorher könne jedes Restaurant viel gegen die Verschwendung tun. «Wir werfen nichts weg.» Zum Beispiel? Aus einem ganzen Filet werde ein Medaillon, ein Filetgeschnetzeltes und ein Ragout. «Dazu gehört aber Fachwissen.»

Die «greentable»-Gründer Matthias Tritsch und Marcus Ramster hoffen darauf, einen Mentalitätswandel anzustoßen. 1000 Restaurants in Hamburg hatten sie schon gefragt, nur eins wollte mitmachen, räumte Tritsch ein. Auch Flachsbarth befürchtet: «Wir müssen sicherlich dicke Bretter bohren.» Es gehe um die Wertschätzung für Lebensmittel.

Die Reste-Boxen stammen von einem Hersteller in den Niederlanden. «Sie sind in der Kompostieranlage in acht Wochen verrottet», sagte Wolfgang Thole vom Unternehmen «biofutura».

Die Aktion «Restlos genießen» ist Teil des Projekts «Zu gut für die Tonne» beim Bundesministerium. Dafür steht jährlich knapp eine Million Euro zur Verfügung.

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In 2015 braucht jeder eine Biotonne

compostDie Deutschen sollen Obst- und Gemüsereste nicht mehr im Hausmüll entsorgen. Ab Januar gilt eine Sortierpflicht. Die Kosten für die getrennte Entsorgung werden wohl auf die Verbraucher abgewälzt.

Es suppt. Es stinkt. Also lieber gleich ab damit in den Hausmüll. Bananen- und Möhrenschalen, vergammelte Tomaten und Essensreste separat zu sammeln ist oft beschwerlich. Aber ab 1. Januar gilt eine bundesweite Pflicht zum getrennten Sammeln von Bioabfällen. Hersteller kompostierbarer Beutel wittern ein großes Geschäft, um Millionen Verbrauchern das Sammeln zu erleichtern.

Das 2012 in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht vor, dass Bioabfälle „spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln“ sind. Laut Bundesumweltministerium haben 340 der etwa 400 Stadt- und Landkreise schon eine Biotonne eingeführt, aber mehrere Millionen Bürger in Deutschland haben noch keine Tonne oder anderweitige Optionen, um getrennt gesammelte Bioabfälle zu entsorgen. Zuständig sind die kommunalen Entsorger – die Länder müssen die Einhaltung des Gesetzes überwachen und notfalls einschreiten.

Was soll die Vorgabe bringen? Da ist zum einen die Energiewende – Biomüll lässt sich zur Energieerzeugung in Biogasanlagen verwenden. Das kann auch den hohen Maisanteil mit all den negativen ökologischen Auswirkungen von Maismonokulturen etwas dämpfen. In 2015 braucht jeder eine Biotonne weiterlesen

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EU-Staaten begrenzen Verbrauch von Plastiktüten

Brüssel – Sie werden gekauft, meist nur einmal benutzt und dann weggeworfen: Plastiktüten gehören zu den größten Umweltproblemen der Industrieländer. Jetzt ergreift die EU Gegenmaßnahmen: Die Botschafter der 28 Mitgliedstaaten haben am Freitag in Brüssel geschlossen für das Vorhaben gestimmt, den Plastiktüten-Verbrauch zu begrenzen. Damit hat der zuvor ausgehandelte Kompromiss die letzte wichtige Hürde genommen.

Die Staaten sollen nun entweder Gebühren oder Steuern auf die Beutel erheben oder konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. Auch Verbote wären möglich. Europaweit soll der Jahresverbrauch leichter Plastiktüten schon bis 2019 um mehr als die Hälfte zurückgehen, von derzeit 200 auf 90 Tüten pro Kopf. Im Jahr 2025 sollen es dann nur noch 40 Stück sein. Alternativ könnten die Länder Plastiktüten verpflichtend mit einem Preis belegen. Das Ziel soll für jedes Land einzeln gelten.
Iren am sparsamsten, Deutschland im Mittelfeld

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jeglichen Müll vermeiden

fennel-2617_640Vor zwei Jahren hat sich die New Yorkerin Lauren Singer dazu entschlossen jeglichen Müll zu vermeiden. Wie das funktioniert; welche Schwierigkeiten es bei Zero Waste gibt und welche Chancen daraus entstehen können hat sie in einem Artikel zusammengefasst.

‚Von Grün zu richtig Grün’ – so in etwa könnte man die Entwicklung von Lauren Singer zusammenfassen. Während ihres Studium der Umwelttechnik organisierte die überzeugte Aktivistin Proteste gegen Ölfirmen und Diskussionsveranstaltungen um beim privaten Einkauf doch immer wieder auf die kleinen, wenig umweltfreundlichen Fallen hereinzufallen, die sowohl bei den Produktverpackungen selbst als auch an der Supermarktkasse in Form von Plastik- oder Papiertüten lauern. Ihre Antwort: Zero Waste, sprich die konsequente Vermeidung jeglichen Mülls. Ein für Ungeübte durchaus aufwendiges Unterfangen heißt es doch nicht nur stets seine eigenen Einkaufstaschen bei sich zu haben und Supermarktprodukte in mitgebrachte Gläser umzufüllen sondern auch die täglichen Beauty- und Haushaltsprodukte selbst herzustellen und statt den neuesten Modefummeln zu kaufen auf Second Hand Clothing umzustellen. jeglichen Müll vermeiden weiterlesen